Literatur & Autoren Topliste Facebook Fanseite
Startseite
Über Mich
Veröffentlichungen
Zeitungsberichte
Unknown 2014
Unknown 2015
Das Vorlesen
Das Zuhören
    Unknown 2014 
    Mordsharz 2014 
    Mordsharz 2015 
    Krimi-Lesung Steinbergalm 
    Mordsharz 2016 
    Jazz und Poesie in Uslar 
    Mordsharz 2017 

Das Schreiben
SuB
Blog
5 Mal Liebe
Scream
Fantasy
Zukunftsvision
Vampire
Fragerunde
Gästebuch
Maker Faire 2016
Kontakt
Links
Impressum

Mordsharz Kultur-Festival am 15.09.2017 in der Remise in Wernigerode

Mordsharz-Festival

Mordsharz die vierte
oder
Hilflose Krimiautoren auf dem Hinterhof eingesperrt (Das gibt bestimmt Raum für neue Ideen)

Dieses Jahr stand mein Besuch bei Mordsharz zuerst auf der Kippe, doch dann las ich, dass kein anderer als Andreas Gruber am 15.09. in der Remise in Wernigerode lesen würde. Schon in 2014 hatte ich ihn gehört und mir war sofort klar: da muss ich hin! Im Rahmen des Kultur-Klint waren die drei Lesungen in der Remise kostenlos und so reservierte ich zuerst zwei Plätze und orderte später noch einen nach. Mordsharz zu dritt - mal was Neues.
Die Remise wirkte gemütlich und man gelangte über einen Hinterhof zu ihr. Schnell hatten wir Plätze gefunden. Oh, doch nicht, da ist ein Holzpfosten im Weg. Kurz danach saßen wir an der Seite und hatten einen perfekten Blick auf die Bühne. Dieses Mal (und auch wegen des doch recht engen Platzes) holte wir die Bücher zuerst und lauschten dann den Autoren/innen.


Alex Beer mit "Der zweite Reiter"
Eine Wiener Schriftstellerin, welche gerade erst (letzten Mittwoch) den Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur erhalten hat. Und wer saß in der Jury? Andreas Gruber, Preisträger aus dem Jahr 2016. Natürlich wurde darüber berichtet und es wurde gemunkelt, dass Herr Gruber nur für Frau Beer gestimmt habe, damit er mit einer freundlichen und glücklichen Frau Beer im selben Zug/Flugzeug sitzt, um zu Mordsharz zu fahren/fliegen. :-D
Alex Beer war mir von ihrer Art her von Anfang an sympathisch und ihr Schreibstil ist gespickt mit einem doch recht sarkastischen Humor. Mag ich! Ihr Krimi spielt in einem dreckigen Wien nach dem Ersten Weltkrieg und Frau Beer erzählte, dass sie viel recherchiert hat und es ihr vor allem auch um alltägliche Dinge wie z.B. das Klopapier ging.
Darüber hinaus gestaltete sie ihre Lesung spannend und lies einen in den richtigen Moment in der Luft hängen. "Wenn sie wissen wollen wie es weitergeht, kaufen sie das Buch." Ich saß regelrecht da und grübelte darüber nach, was denn nun so Dramatisches mit Emmerichs Frau und seinen Kindern passiert war, dass er sich derart betrank.
Als dann nach er Lesung meine Sitznachbarin nur sagte "ich weiß es", juckt es auch mir in den Finger kurz nachzuschlagen - aber nein, ich will diesen Krimi genießen und mir die Spannung und Ungewissheit erhalten.
Des Weiteren erfuhren wir, dass Wien einen Unterrund hat welchen man über Litfaßsäulen betreten könne. Auch heutzutage ginge das noch, man bräuchte nur einen Bolzenschneider. Nun ja, der gehört doch in jede Handtasche, oder???
Apropos dabeihaben. Frau Beer, was muss man als Autor/in IMMER dabeihaben??? Richtig! Einen Stift zum Signieren! Tstststststs. Es konnte aber schnell ausgeholfen werden, so dass wir zu unserem ersten signierten Buch gelangten. Freue mich schon darauf, es zu lesen und mehr über das dreckige Wien zu erfahren.


Andreas Gruber mit "Todesreigen"
Muss ich zu Herrn Gruber wirklich noch viel sagen? Ich mag einfach seine fröhliche und witzige Art, wie er erzählt und lies und natürlich wie er schreibt. Wobei ich anmerken muss, dass ich eher der Typ bin, welcher Teilstücke aus einem Buch hört, anstatt einzelne Anekdoten erzählt bekommt. Keine Frage, sie waren witzig, passend und wir haben viel gelacht, jedoch hat mir die 2014er Mordsharz-Lesung von ihm besser gefallen.
Vielleicht beim nächsten Mal wieder eine Kurzgeschichte vorlesen? Ich weiß, dass es Krimiautoren bei Lesungen nie einfach haben - sie dürfen schließlich nicht zu viel verraten. Dennoch bin ich eher der klassische Zuhörer, welcher einfach mal ein paar Seiten eines Buches lauscht und die Stimmung genießt. Wobei, wir hätten wohl sonst nie erfahren, warum Herr Gruber auf dem Klappentext-Foto so unsagbar gut aussieht und ihn Wahrheit eher weniger hübsch sei ;-)
Natürlich musste ich zu Haues nach der erwähnten Vorabprämiere von "Todesmärchen" googlen und fand sie wie versprochen auf YouTube - das kann ich euch nicht vorenthalten. Respekt, was Autoren spontan alles mitmachen. :-D

Vorabprämiere Todesmärchen

Also ich hätte mir ein wenig mehr "wischen" und "zoomen" gewünscht. ;-)


Kathrin Hotowetz mit "Mitternacht im Garten des Todes"
Noch eine unbekannte Autorin und wie wir sehen konnten, wurde ganz schön viel Musik aufgebaut. Was wird uns nun erwarten? Schon vorher hatte es bei Mordsharz musikalisch untermauerte Lesungen gegeben, hier kam nun das Highlight des Abends.
Frau Hotowetz erzählte uns viel über die heimische Heilkräuterkunde und die vielen mystischen Orte hier im Harz. Sie stellte ihren fünften Band vor und las sogar den ersten Abschnitt aus ihrem sechsten Band, welcher voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen wird.
Ihre Krimis sind eher fantastisch und mystisch und werden von fundiertem Wissen untermauert. Zum Beispiel befinden sich kleine Rezepte in Ihnen und zu Beginn der Lesung durften ein paar Zuhörer von ihrem Rosenlikör kosten.
Musikalisch passend wurde sie von der Band BRIGANDU aus Berlin begleitet. Altertümliche Musik mit Dudelsack, Querflöte, Trommel, Gesang und Gitarre. Es passte zusammen, war aber für mich etwas zu langatmig. Man bedenke, dass wir schon 2 Lesungen hinter uns hatten.

Band BRIGANDU aus Berlin


Last but not least nutzten ein paar wenige (unter anderem Andreas Gruber und Alex Beer) eine kurze Pause vor dem letzten Lied und dem Interview mit Katrin Hotowetz, um sich in die dunkle Nacht zu verabschieden. Wir hatten zeitgleich den selben Gedanken, da wir ja noch zwei Stunden Rückweg (inklusive 30 Minuten Superchargen in Rhüden) vor uns hatten. Wernigerode ist nun mal nicht gerade um die Ecke.
Allerdings befanden wir uns genau auf der gegenüberliegenden Seite des Saales und wollten uns nicht durch die Menschenmassen drängen. Hätten wir womöglich auch gar nicht geschafft. Also Hinterausgang, welcher sich beiden Toiletten befanden hatte. Hatte, denn diese Tür zum Innenhof war nun verschlossen wie wir kurze Zeit später feststellen mussten.
Es blieb uns nichts anderes übrig, als zu warten. Doch auf einmal hörten wir, wie jemand versuchte, vom Hinterhof durch die Tür hereinzukommen. Wir schöpften Hoffnung, doch diese verflog nach einem klopfenden Zwiegespräch und einer Unterhaltung über das gekippte Fenster der Herrentoilette.
Im Hinterhof befanden sich die durch den anderen Ausgang gegangenen Personen und saßen nun dort fest. Dieser war nämlich zur Straße hin verschlossen und bot keinen Ausgang. Krimiautoren/innen sollten man NIE nachts in einen dunklen Hinterhof einsperren. Das endet in den seltensten Fällen unblutig. Wie es hier endete? Wer weiß...
Was uns nun blieb war einzig der Weg durch den noch dritten Ausgang der Remise, welcher sich im Hauptraum befand und wie wir wussten durch eine Kamera verstellt war. Zu unserem Glück war aber inzwischen allgemeine Aufbruchsstimmung und die Tür befand sich in unmittelbarer Nähe zu dem Bereich, wo wir uns befanden.
Liebes Orga-Team, ich weiß, dass ihr einen super Job macht und es wahrlich nicht einfach ist, aber so bitte nicht! Ausgänge bitte nicht verschließend oder versperren. Ansonsten habt ihr wieder einmal einen tollen Job gemacht und ich werde natürlich im nächsten Jahr wiederkommen - aber nicht nach Wernigerode. Die Strecke ist leider etwas zu weit für uns, vor allem wenn man mit einem E-Auto unterwegs ist und noch etwas Strom "tanken" muss, weil am nächsten Tag eine andere Reise ansteht.